Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Neubauamt Hannover

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Inhalt: Brücke 75

Lage:

Gemeinde Wallenhorst
SKO-Km 4,873 (alt), SKO-km 4,896 (neu)

Brücke 75 - Bestand 

Planänderung zum Entfall der Brücke

Um den Neubau der Brücke 75 entsprechend des zu bewältigenden Verkehrs planen zu können, wurde ein Verkehrsgutachter beauftragt, das objektive Verkehrsbedürfnis und die Wirtschaftlichkeit des Brückenneubaus festzustellen. Das objektive Verkehrsbedürfnis ist beim Ersatz von Brückenbauwerken gemäß Erlasslage des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung zugrunde zu legen.  

Das Gutachten wurde im März 2007 vorgelegt.

Danach dient der über die Brücke 75 verlaufende Maschweg der Anbindung von landwirtschaftlich genutzten Flächen an das höherrangige Straßennetz. Über diese Anbindung hinaus erschließt der Wirtschaftsweg (einschließlich Brücke 75) weder Siedlungsbereiche noch stellt er eine Verbindung zwischen Ortsteilen oder höherrangigen Straßen her. Ein objektives Verkehrsbedürfnis ist in dieser Hinsicht nicht vorhanden.

Nördlich und südlich der Maschwegbrücke führen in jeweils ca. 1 km Entfernung die Brücken 74 und 76 über den SKO. Diese Brücken verfügen über ausreichende Kapazitätsreserven, um, bei ersatzlosem Entfall der Brücke 75, den geringen Kraftfahrzeugverkehr der Maschwegbrücke zusätzlich aufzunehmen.

Der Wirtschaftweg gehört nach der maßgebenden Richtlinie zu einer anbaufreien Straße und ist daher der Straßenkategorie A VI zuzuordnen. Verkehrsdaten für den Maschweg lagen bei den zuständigen Verkehrsbehörden nicht vor. Diese mussten durch den Gutachter durch Befragung und Zählung erst erhoben werden. 

Die Verkehrsmengenermittlung ergab eine maximale Belastung mit 54 Fahrten landwirtschaftlicher Fahrzeuge und 25 Fahrten mit PKW an Wochentagen im Sommer.

Die Daten der Verkehrsmengenermittlung flossen in eine Wirtschaftlichkeitsberechnung nach den Empfehlungen für Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen an Straßen (EWS) der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen ein.

Das Nutzen-Kosten-Verhältnis für die Brücke 75 liegt danach bei dem vorhandenen Verkehr bei 0,3. Der Nutzen ergibt sich aus der Fahrzeitverringerung, Verkehrsstärken und Zeitkostenansätzen für den Fall, dass die Brücke 75 genutzt werden kann. Dem gegenüber stehen die Baukosten für den Neubau der Brücke 75.

Da der Maschweg weder für die Erschließung von Siedlungsgebieten noch für die Verbindung von Ortsteilen bzw. höherrangigen Straßen eine Bedeutung hat und die Wirtschaftlichkeit des Neubaus der Brücke 75 am Maschweg nicht gegeben ist, ist das Neubauamt bestrebt, die Brücke 75 ersatzlos entfallen zu lassen. Dadurch werden ca. 1,7 Mio. € Investitionsmittel eingespart werden.

Die Änderung des bestehenden Planfeststellungsbeschlusses wurde beantragt. Ein Erörterungstermin zur Änderung des Planfeststellungsbeschlusses fand im Juli 2008 in Bramsche statt. Der Änderungsbeschluss, mit dem dem Änderungsantrag stattgegeben wird, erging im April 2009. Gegen den Beschluss wurden fristgerecht Klagen der betroffenen Landwirte und der Gemeinde Wallenhorst beim zuständigen Oberverwaltungsgericht Lüneburg eingereicht. Zu einem Gerichtsbeschluss kam es nicht, da die alle Klagen vorher zurückgezogen wurden. Der Planfeststellungänderungsbeschluss wurde somit im Mai 2010 rechtskräftig und die Brücke 75 konnte abgerissen werden.

Abriss der Brücke erfolgte am 14.07.2010.

Der letzte Engpass in der Durchfahrtshöhe auf dem Stichkanal Osnabrück wurde damit beseitigt. Der Ausbau im Bereich der ehemaligen Brücke 75 erfolgte bis zum Ende des Jahres 2010.