Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Neubauamt Hannover

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Inhalt: Ausbau des Stichkanals nach Hildesheim

Der Stichkanal nach Hildesheim (SKH) zweigt bei der Ortschaft Sehnde südlich vom Mittellandkanal, MLK-km 183,200, in Richtung Hildesheim ab. Er hat bis zum Ende des Hafens Hildesheim eine Gesamtlänge von 15,1 km, die Bundeswasserstraße endet bei SKH-km 14,401. Bei SKH-km 6,75 auf der Ostseite (Algermissen) und SKH-km 9,2 auf der Westseite befinden sich zwei weitere Umschlagstellen.

Die Einfahrt zum SKH bildet die Schleuse Bolzum bei SKH-km 0,576, die den Höhenunterschied von NN+65,00 m im MLK auf derzeit NN + 73,00 m im SKH überwindet. 

Die Querschnitte (i.d.R. ein Muldenprofil mit max. 3,0 m Wassertiefe in Kanalmitte und 33,00 m Wasserspiegelbreite) des SKH - erbaut in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts - lassen derzeit nur einen Richtungsverkehr von Binnenschiffen mit einer Länge von max. 82 m und einer Breite von max. 9,50 zu. Die zulässige Abladetiefe beträgt 2,20 m für Fahrzeuge unter 9,00 m Breite bzw. 2,20 m für Fahrzeuge unter 9,50 m Breite.

Der Ausbau aller Stichkanäle (Osnabrück, Linden, Misburg, Hildesheim und Salzgitter) des Mittellandkanals, der selbst inzwischen ausgebaut ist, ist zwischen dem Bund und den Ländern Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen in Regierungsabkommen vereinbart worden. Die Länder haben sich darin verpflichtet, ca. ein Drittel der Baukosten zu tragen, die Baudurchführung übernimmt die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung. Die Ausbauquerschnitte sind so gewählt, dass mindestens die Fahrt von Großmotorgüterschiffen (Länge bis 135 m, Breite 11,45 m, Tiefgang 2,80 m) im Richtungsverkehr (ohne Begegnung) möglich ist.

In den letzten Jahren wurden am Stichkanal Hildesheim bereits fünf Brücken als Ersatz für die sich am Ende ihrer Nutzungsdauern befindlichen Brücken neu errichtet. Das zukünftige Kanalprofil und die erforderliche neue Durchfahrtshöhe wurden bei den Neubauten bereits berücksichtigt. 

Die Planfeststellungsverfahren zum Neubau der Brücken 385 (Kreisstraße 522 zwischen Lühnde und Wätzum) und 391 (Landstraße 467 zwischen Kl. Förste und Harsum) sind abgeschlossen. Die Beschlüsse sind im Frühjahr 2015 ergangen. Mit dem Bau der Brücke 391 wird voraussichtlich ab Ende 2017 begonnen, die Brücke 385 folgt anschließend.

Die alte Schleuse Bolzum wurde durch eine neue Schleuse ersetzt. Die Verkehrsfreigabe der neuen Schleuse erfolgte im November 2012. Die alte Schleuse wird als begehbare Denkmal erhalten bleiben, die Vorhäfen werden verfüllt.

Der Ausbau des Stichkanals nach Hildesheim ist auf Grund der von der Bundesregierung eingeleiteten Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung und der damit verbundenen Priorisierung der Bundeswasserstraßen 2012 zurückgestellt worden. 

Entsprechend des Potentials des Kanals hält der Bund aber an der Option zum Ausbau des Kanals fest. Bei einer postiven Entwicklung der Verkehrs ist ein späterer Ausbau nicht ausgeschlossen.

SKH

Schematische Übersichtskarte des Stichkanals nach Hildesheim