Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Neubauamt Hannover

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Inhalt: Ausbau der Strecke von SKH-km 1,4 - 14,4

Der Ausbau des Stichkanals Hildesheim (SKH) erfolgt für das überlange Großmotorgüterschiff (üGMS) (Länge: 135,00m, Breite: 11,45 m, Tiefgang: 2,80 m) im Richtungsverkehr. Das heißt, dass sich die Schiffe auf der Gesamtstrecke gar nicht oder nur an einer dafür vorgesehenen Wartestellen begegnen können. Die notwendige Verkehrslenkung wird über die in Hannover-Anderten am Mittellandkanal gelegene Hindenburgschleuse erfolgen. 

Um den Verkehr mit Großmotorgüterschiffen zu ermörglichen wird der SKH zukünftig im Trapezprofil anstatt im sogenannten Muldenprofil ausgebildet sein. Spundwände werden, wie z.B. am Mittellandkanal in der Stadtstrecke Hannover aus technischen, wirtschaftlichen und ökologischen Gründen nicht zum Einsatz kommen. Es ist geplant, für die erforderlich Wassertiefe von 4,00 m, den Wasserstand im Kanal um 0,50 m anzuheben und die Sohle um 0,5 m zu vertiefen. Da der SKH in weiten Teilen im Einschnitt verläuft, soll mit der Anhebung des Wasserspiegels neben einem wirtschaftlicheren Ausbau (geringere Aushubmengen) eine Verringerung der Eingriffe in Natur und Landschaft erreicht werden. Daneben wird die Wasserspiegelbreite um rund 4,00 m auf 37,60 m vergrößert, um eine sichere und leichte Fahrt für die Schiffe zu gewährleisten. 

Die besondere geologische Situation am SKH führt dazu, dass die Böschungen im sogenannten Einschnittsbereich (Wasserspiegel liegt unterhalb der natürlichen Geländeoberkante) abgeflacht werden müssen, um diese standsicher zu gestalten. Die Baumeister des Stichkanals hatten in den 1920er Jahren die Böschungen zu steil ausgebildet und es kam bis heute und voraussichtlich auch in Zukunft immer wieder zu Rutschungen, die durch die Abflachung verhindert werden. 

Der Stichkanal quert zwei Gewässer, den Alpebach bei Algermissen und den Bruchgraben südlich von Algermissen. Das Gelände fällt in den Querungsbereichen ab, so dass der SKH auf einem Damm geführt ist und entsprechend mit einer Dichtung versehen wurde. Der Kanal hat in den Dammabschnitten eine größere Wassertiefe (3,5 m) und geringfügig größere Breite. Der Alpebach und der Bruchgraben werden als Durchlass unter dem Kanal durchgeführt.

Zum Ausbau des Stichkanals nach Hildesheim (SKH) ist ein Planfeststellungsverfahren gemäß Bundeswasserstraßengesetz (WaStrG) § 14 notwendig. 

Insgesamt sollte es für den gesamten Stichkanal mehrere Planfeststellungsverfahren geben. Die Strecke zwischen der Schleuse Bolzum und dem Hafen Hildesheim sollte in zwei Abschnitte unterteilt werden. Der erste Abschnitt schloß sich an die Schleuse Bolzum an, SKH-km 1,45 und endete bei SKH-km 12,00 (Schnittpunkt SKH und BAB A7). Der Zweite Abschnitt schloß die verbleibende Lücke bis zum Ende der Wasserstraße bei SKH-km 14,401 im Hafen Hildesheim. 

Auf Grund der von der Bundesregierung eingeleiteten Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung und der damit verbundenen Priorisierung der Bundeswasserstraßen ist der Ausbau des Stichkanals zurzeit jedoch nicht vorgesehen. Entsprechend des Potentials des Kanals hält der Bund aber an der Option zum Ausbau des Kanals fest. Wegen der Konkurrenz zu anderen Projekten in der WSV musste der Streckenausbau zurückgestellt werden. 

Zu ersetzende Brücken (Brücken Nr. 385, 391 und 395/396 - Bundesstraße 6) sind deshalb so zu errichten, dass sie einen späteren Ausbau nicht behindern, also die notwendige Durchfahrtshöhe und -breite aufweisen. Die bereits geplanten Neubauten der Brücke Nr. 385 im Zuge der Kreistraße zwischen Lühnde und Wätzum und Brücke Nr. 391 im Zuge der Landstraße zwischen Harsum und Groß Förste werden in den kommenden Jahren erneuert. Die Planfeststellungsbeschlüsse für diese beide Brücken wurden im Frühjahr 2015 erteilt. 

Die Planung des Neubaus der Brücken 395/396 im Zuge der Bundesstraße 6 wird derzeit durchgeführt. Das Planfeststellungsverfahren wird 2017 eingeleitet.

Neben diesen Maßnahmen werden auch die Instandsetzung der Durchlässe des Bruchgrabens und des Alpebaches geplant, die jedoch unabhängig vom Ausbauvorhaben sind und nicht der Planfeststellung unterliegen.