Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Neubauamt Hannover

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Inhalt: Vermessung / Liegenschaften

Allgemeines

- Arbeitsbereich

Der Sachbereich 3 im NBA-Hannover ist zuständig für die Liegenschaftsverwaltung einschließlich des Grunderwerbs für Bauvorhaben an den Bundeswasserstraßen.

Für diese Aufgabe sind Mitarbeiter als Vermessungsingenieure / Vermessungstechniker im Innen- und Außendienst entlang der Wasserstraßen tätig.
Bei diesen aufgabengebundenen Arbeiten im Liegenschaftskataster hat der Sachbereich 3 den Charakter einer „Anderen behördlichen Vermessungsstelle“ nach den Landesvermessungsgesetzen NRW und Nds. Für die eigene Aufgabenerledigung werden Liegenschaftsvermessungen durch eigenes Personal durchgeführt.

Neben diesen Arbeiten nach gesetzlichem Standard werden auch Vermessungen vor, während und nach der Bauzeit, wie Bauvermessungen, topographische Aufnahmen und Bauwerksinspektionsvermessungen durch 3 Messtrupps ausgeführt.
Die dritte wesentliche Aufgabe ist die Erneuerung des Kartenwerkes der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung im Rahmen der Neubautätigkeit.

- Ausbildung

Im Sachbereich 3 werden gemäß Berufsbildungsgesetz auch Auszubildende in einer dreijährigen Ausbildung zum Vermessungstechniker ausgebildet.

Vermessung

- Topographische Aufnahmen

Für Belange der Planung von Querbauwerken sind aktuelle großmaßstäbige Karten unverzichtbar. Diese werden durch topographische Aufnahmen bedarfsorientiert aktualisiert und vervollständigt.

-Arbeiten im Lage- u. Höhenfestpunktfeld

Entlang der Wasserstraßen wird ein gut gepflegtes WSV-eigenes Lage- und Höhenfestpunktfeld vorgehalten. Die Lagefestpunkte dienen vielen Aufgaben wie z. B. dem Aufmaß von Leitungen, der Orientierung und Absteckungen. Die Höhenfestpunkte sind u.a. an den Widerlagern der Brücken angebracht.

Höhenfestpunktpfeiler sind i. d. R. mehr an den Fließgewässern nötig. Die Höhenfestpunkte sind besonders bedeutsam für die Bauwerksinspektionsmessung an den Brücken, Dükern und Schleusen.

- Liegenschaftsvermessungen

Die Liegenschaftsvermessungen (auch Katastervermessungen genannt) sind hauptsächlich wegen des Flächenbedarfs entlang der Wasserstraßen durch den Ausbau (Verbreiterung) notwendig. Da die Hauptwasserstraßen nunmehr zu großen Teilen ausgebaut sind, steht diese Aufgabe nicht mehr in dem Umfang wie vor 20 Jahren an.

Die stetige Personalreduzierung hat dazu geführt, dass ca. 80 % dieser Aufgaben an Öffentlich bestellte Vermessungsingenieure vergeben werden.

- Bauvermessung und Bauwerksinspektionsmessung

Diese Aufgaben bilden zur Zeit den Schwerpunkt, da das Neubauamt gleichzeitig mehrere Schleusen baut.

Die Projektgrundlagen wie die Bauwerksachse, die gesamte Absteckung und bauliche Ausführung, wird durch das vermessungstechnische Personal begleitet. Nach Abschluss der Baumaßnahme sind Bauwerksinspektionsmessungen nach interdisziplinär abgestimmten Messprogrammen durchzuführen.

Hier ist Präzisionsarbeit gefordert mit viel Geschick und Einfallsreichtum.

Dafür ist der Sachbereich mit modernen Präzisionsmessgeräten ausgestattet, die bereits Veränderungen im Millimeterbereich am Baukörper sicher und zuverlässig erfassen.

Für empfindliche Bauwerke wird i.d.R. ein eigenes sicheres Lage- und Höhenüberwachungsnetz (Festpunktnetz)geschaffen.

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Baukontrollmessung nach Höhe (Bild links) und Lage (Bild Mitte) - Präzisionstachymeter Zeiss S10 (Bild rechts)

- Beweissicherung

Baumaßnahmen werden oftmals in direkter Nachbarschaft von bestehenden Anlagen oder Gebäuden ausgeführt. Durch ein rechtzeitig eingeleitetes Beweissicherungsverfahren werden die raumbezogenen Objektzustände der benachbarten Objekte regelmäßig ermittelt und dokumentiert. Auf nicht akzeptable Veränderungen kann bautechnisch rechtzeitig reagiert, und damit Schäden an den benachbarten Objekten entgegengewirkt werden. Die Beweisdokumentation ermöglicht die Bewertung von Schadensersatzansprüchen.

Für die Ermittlung der raumbezogenen Objektzustände kommen geotechnische und geodätische Messverfahren zum Einsatz. Für die Sicherung besonders bedeutsamer Bauwerke werden oftmals automatische Messsysteme installiert, deren Ergebnisse online einsehbar sind und bei denen eine Grenzwertüberschreitung durch eine Alarmierungsfunktion sofort an die verantwortlichen Personen gemeldet wird.

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Lagemessung - Schwimmlot - Homepage Messwerte Extensometer

- Gewässervermessungen

Messungen innerhalb des Gewässerbettes werden auch als Peilungen bezeichnet.

Einzelne diskrete Messwerte werden zum Teil noch mit der klassischen Stangenpeilung durchgeführt. Für flächenhafte Gewässervermessung (Sohlerfassung) werden in der WSV moderne Peilschiffe, die mit Fächerecholot und GPS-Navigation ausgerüstet sind, eingesetzt.

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Gewässermessung - Peilschiff mit Fächerecholot - Geländemodell der Gewässersohle - Messung im leeren und gefüllten Trog

- Ausrüstung

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Messbus - Einbau für Messgeräte - Digital-Nivellier - GPS-Station

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Totalstation - Trimble 560 - Präzisionstachymeter - Zeiss S10

- Innendienst / Auswertung

Im Innendienst werden die Messungen detailliert ausgewertet. Die Messergebnisse werden aufbereitet in Form von Rissen, Diagrammen, Datenbankspeicherung und 3 D-Geländemodellen, Profilen u. v. a. m. dargestellt. Die CAD-Anlage mit dem Großplotter DIN A0 Format gehört heute zur Standardausstattung.

Kartenwesen

Für alle Wasserstraßen gibt es Wasserstraßenkarten. Die alte analoge Bundeswasserstraßenkarte BWK im M 1:2000 gibt es nur noch vereinzelt in abgelegenen Bereichen mit wenig Verkehrsaufkommen. Ansonsten gibt es die neue Digitale Bundeswasserstraßenkarte DBWK 2 im Regelmaßstab 1:2000.

Nach dem Ausbau der Wasserstraßen wird eine neue Kartenherstellung per Luftbildbefliegung durchgeführt. Diese Arbeiten werden an Spezialfirmen vergeben.

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Schleuse Sülfeld ( DBWK-Ausschnitt, Ausschnitt der Topographischen Karten 1:25000 -TK25, Luftbild)

Die Karteninhalte sind auf den Arbeitsbereich der WSV zugeschnitten (z. B. Tiefendarstellung, spezifische Beschilderung der Wasserstraße, Kilometrierung und Darstellung der Gewässerachse).

Die automatisierte Liegenschaftskarte des Landes ist als eigene Ebene in der digitalen Karte erfasst. Sie ist der gesetzliche Nachweis der Eigentumsgrenzen.

Liegenschaften

- Flächenbedarf / Grunderwerb

Baumaßnahmen benötigen immer Grund und Boden. Eine große Investitionsmaßnahme, wie der Ausbau der Wasserstraße, hat einen sehr großen Flächenbedarf.

Zusätzlich wird dieser rein technische Flächenbedarf durch die moderne Naturschutzgesetzgebung noch erhöht. Eingriffe in den Naturhaushalt müssen durch Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen angeglichen werden. Dies wird im Planfeststellungsbeschluss rechtlich festgeschrieben. Wenn der Planfeststellungsbeschluss bestandskräftig ist, steht fest, welche Flächen dauerhaft erworben und welche vorübergehend in Anspruch genommen werden.

Auf dieser rechtlichen Grundlage wird mit betroffenen Grundstückseigentümern mit dem Ziel des freihändigen Grunderwerbs verhandelt.

Da das Eigentum an Grund und Boden gemäß Art. 14 Grundgesetz einen hohen Schutz genießt, ist dessen Übertagung nur durch einen notariellen Vertrag bei gütlicher Einigung zu erlangen. Die komplizierten Verfahrensschritte bis hin zur Erlangung des Eigentums sollen in ihrer Komplexität hier nicht erörtert werden.

Für die Baumaßnahme benötigt die WSV auch Baustelleneinrichtungsflächen, die nach der Baumaßnahme wieder an den bisherigen Eigentümer im rekultivierten Zustand zurückgegeben werden.

Grund und Boden ist ein hohes Gut und es kann nicht vermehrt werden. Die Festlegungen des Planfeststellungsbeschlusses lassen sich nicht immer gütlich durchsetzen. Deshalb gibt es auch Grunderwerbsfälle, die nur Mittels der rechtsstaatlichen Enteignung durchzusetzen sind.

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Grunderwerbsplan Bolzum (CAD-Arbeitsplatz, Ausschnitt, Legende)

- Enteignungsverfahren nach Landesrecht

Die Höhe der Entschädigung wird i. d. R. durch den örtlichen Gutachterausschuss, der beim Katasteramt angesiedelt ist, festgelegt. Landwirtschaftliche Entschädigungen werden durch landwirtschaftliche Sachverständige ermittelt.

Bevor ein Enteignungsverfahren beantragt wird, wird einige Male in der persönlichen Verhandlung versucht, eine Einigung mit den Grundeigentümern herbeizuführen. Falls es doch zur Enteignung kommen muss, wird oftmals der Bauzeitenplan stark gefährdet. Dies erzeugt wiederum Baustillstandskosten. Erfreulicherweise verfügen die Mitarbeiter über so viel Berufserfahrung und Verhandlungsgeschick, dass auch der uneinsichtigste Grundeigentümer allmählich Einsicht zeigt.

Die Arbeitsschritte des Grunderwerbs sind zeitaufwendig, da viele formale Schritte mit anderen öffentlichen Büchern/Verzeichnissen nach gesetzlichen Vorgaben abgearbeitet werden müssen.

Für diese Arbeit steht ein modernes Liegenschaftsinformationssystem als Arbeitsmittel zur Verfügung.

Dies ist ein Informationssystem, das speziell für die WSV-Anforderungen entwickelt wurde. Die vielen Sachdaten zum Grunderwerb können jetzt mit der Graphik der Liegenschaftskarte direkt gekoppelt werden. Dies verbessert die Übersicht über den gesamten Arbeitsprozess.

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Masken des Liegenschaftsinformationssystems (LIS) auf SAP/R3-Basis (Startseite, Flurstück, Grafik zum Flurstück